Sündenklang – „Jahresringe“ – Ein tief emotionales Werk

„Sündenklang“ ist das Nebenprojekt von „Stahlmann“ – Frontmann Martin „Mart“ Soer. Zusammen mit Patrick Nevian (Synths/Piano & Programmings) und Mario Sobotka (Gitarren) zeigen sie eine andere und sehr persönliche Seite von Martin Soer. Im Gegensatz zu „Stahlmann“ geht es bei „Sündenklang“ nicht brachial ans Werk. Die Texte vom Album „Jahresringe“ handeln von Verlust, Trauer, Hilflosigkeit und Liebe. Diese brisanten Themen musikalisch für die Ewigkeit festzuhalten, erfordert ein feines Gespür. Die Band hat ihre Songs daher mit Bedacht ausgewählt und produziert. Die emotionalen Texte werden mit klassischen Elementen wie Piano oder Chello untermalt. Zusätzlich bedienen sich „Sündenklang“ der typischen Bestandteile aus Rock, EBM/Trance und Grime/Post – Dubstep. Diese, in Kombination mit der tiefen und spezifischen Stimme von Martin Soer, erzeugen auf dem Album ein einzigartiges Klangbild. Sie zeigt zudem, das Stärke, Gefühl und Leidenschaft, nicht durch Lautstärke profiliert werden muss. „In der Ruhe liegt die Kraft“ sowie das Wissen, dieses in Wort und Ton ins Gleichgewicht zu bringen. Ein Qualitätsmerkmal das den Singer – Songwriter auszeichnet da dieser, genährt aus der Tiefe seiner Erinnerungen, sein ganzes Potenzial in die Songs legt.

„Sündenklang“ (Martin Soer) – Castle Rock 2014 Picture by Holger Bär – AllDarkFoto

Das Album „Jahresringe“ ist ein guter Querschnitt von den Fähigkeiten der Musiker. Daher überrascht das Album mit der Verschmelzung verschiedener Musik – und Stilrichtungen. Die Band hat diese gekonnt in Szene gesetzt, und somit ihr persönliches Unikat geschaffen. Der Album – Opener „Schnitt Um Schnitt“, sowie der Song „Von Träne Zu Regen“, bieten schon die erste Gelegenheit, sich mit diesem Stilmix auseinander zu setzen. Grime/ Post – Dubstep – Elemente wurden zusammen mit klassischen Piano Klängen zu einer Ballade vereint. Dadurch wirken die beiden Titel schon etwas „Neu Modern“ und „Poplastig“, was ihnen aber nicht schadet. „Von Träne Zu Regen“ und „Auf Den Weg“ könnte man zudem als Klassik – Elektrik – Ballade bezeichnen.

Picture by Tom Row Jäschke. V.l.n.r.: Patrick Nevian, Martin Soer, AblaZ

„Staub“ erinnert am Anfang in der Machart ein wenig an Electronic Body Music. Die tanzbetonten Rhythmen der elektronischen Elemente zusammen mit den klassischen Komponenten, verleihen dem Titel aber etwas „Mystisches“, passend zum Text. „Siehst du den Staub in meinen Wunden. Deine Schatten auf dem Leib. Sie ziehen einsam ihre Runden. Durch die Ewigkeit.“ (Auszug aus „Staub“). „Schwarze Götter“ wagt einen kleinen Ausreißer in Richtung Trance. Der Song wirkt durch Martin Soer’s tiefe und charakteristische Stimme, sehr melodisch und düster.

„Wenn alles brennt“ behandelt ein Thema das, auch noch in vielen Jahren leider immer noch Up To Date sein wird. In dem Song geht es um Gewalt gegen Frauen. Gedanken, die sich im Laufe der Zeit manifestiert haben und nun an die Oberfläche treten. Nicht nur deswegen, sondern auch wegen der eingängigen Melodiephrase, geht einem dieses Lied nicht mehr so schnell aus dem Kopf……….

Ebenso ergeht es mit der Ballade „Du Bist Mein Licht“. Hier wird wirklich großes Kino geboten. Das Duett von Martin Soer und Leandra Ophelia Dax (früher Apoptygma Berzerk, Santiano, Leandra) ist wie eine Umarmung, die diese gefühlvolle Geschichte umhüllt. Beide Stimmen sind füreinander geschaffen. Sie verleihen dieser Klassik – Rock – Ballade genau die Portion Herzschmerz, die sie benötigt. An Intensität hebt sich dieser Titel daher von allen anderen Songs auf dem Album ab. Dicht gefolgt von „1000 Stimmen“.  Letzterer vereint die melodischen Klänge des Piano’s  mit den elektronischen und eingängigen Beats. Zwei, in der Ausführung, unterschiedliche Titel und trotzdem spielen beide auf dem Album in ihrer eigenen Liga.

Picture by Tom Row Jäschke

Um nicht komplett der Melancholie zu verfallen, schlägt einem der „Antiheld“, ebenfalls wie „Staub“, eine schon bekannte Ausdrucksweise um die Ohren. Die Anlehnung an die Attribute von Electronic Body Music sind jedenfalls nicht aus der Luft gegriffen. Und so hat auf einem emotional ansprechenden Album, auch eine tanzbare Nummer ihren berechtigten Platz verdient. Oder wer hat sich nicht schon mal den Frust von der Seele getanzt?!

Zu „Vergeben Und Vergessen“ hat die Band „just“ ihr aktuelles Video am Start (Link findet ihr am Anschluss an den Text). Ein würdiger Abschluss, der nochmal das ganze Können, die ganze Bandbreite, das ganze Spektrum, was Songwriting und Komposition betrifft, ausschöpft. Der Titel zeigt aber auch, stellvertretend für das ganze Album, das wir uns selbst auch ein Stück weit mit den Songs identifizieren können. Vergessen sollte man dieses Album daher definitiv nicht!

„Sündenklang“ – Castle Rock 2014 Picture by Holger Bär – AllDarkFoto

Mein Fazit zu dem ganzen Album:

„Sündenklang“ bieten mit ihrem Album eine erfrischende Abwechslung. Wer mit „Stahlmann“ nicht so wirklich warm wird, der sollte dem Album „Jahresringe“ von „Sündenklang“ eine Chance geben. Der Hörer muss sich aber im klaren darüber sein, das einem dort keine Party Mucke entgegen schlägt. Die Songs sind sehr melodisch und düster, passend zu den Themen. Sie geben dem Zuhörer einen tiefen Einblick, in die Seele des Künstlers. Diese Einblicke mit seinen Fans zu teilen und so die Hosen runter zu lassen, ist auch nicht jedermanns Stärke. Deshalb ist „Jahresringe“ eins der emotionalsten Werke von Sänger Martin Soer. Der Schritt, die Dinge nicht mit sich selbst auszumachen, die Mauer aus Schweigen zu durchbrechen und seine Gefühle vor den Zuhörern offen zu legen, sollte daher nicht einfach „abgewatscht“ werden! Diese Geste zeigt nämlich, wie stark die Verbindung zwischen Musiker und Fans ist.

„Sündenklang“ zeigen sich auf diesem Album von ihrer Kreativen Seite. Überschreiten ausgetretene Pfade und gehen auf ihren eigenen, geschriebenen Wegen. Dieses Album ist zeitlos. Es ist auch kein klischeehaftes „Mädchen – oder Balladen Album“. Wer nämlich den „Stahlmann“ – Frontmann kennt, weiß um die brisanten Texte. Nichts desto trotz sollte man sich das Album in einer ruhigen Minute gönnen. Der Silberling trumpft nämlich mit den ausgewogenen Sequenzen der Gesangsparts, zwischen dominant und gleichzeitig zerbrechlich, auf. Diese sind gut ausbalanciert und haben einen hohen Wiedererkennungswert. Nun ist die Veröffentlichung des Albums „Jahresringe“ schon ein wenig in die Lande gezogen. Aber manche Schätze liegen im Verborgenen und man stolpert erst im Nachhinein über sie ………… aber besser spät als nie!

Link zu ihrem Aktuellen Video „Vergeben Und Vergessen“ -> https://www.youtube.com/watch?v=dqzl7m8jhvY

Das Album „Jahresringe“ könnt ihr zudem auf allen gängigen Streaming Portalen erwerben. Sündenklang auf Facebook -> https://www.facebook.com/S%C3%BCndenklang-144525665735233

Sündenklang – „Jahresringe“ on YouTube -> https://www.youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_moQj8kRJvdwHhKzVuY9X0CgAQLZalZ7pw

Ein ganz liebes Dankeschön an Holger Bär, https://www.facebook.com/AllDarkFoto für das „ausleihen“ der Bilder!! Ebenso ein ganz liebes Dankeschön an Tom Row Jäschke https://www.facebook.com/FrontrowImages  / http://www.facebook.com/tom.frontrow  / https://www.instagram.com/tom_row_frontrowimages/?hl=de  Tom hat damals für das Albumcover, sowie für das Booklet, die Band abgelichtet. Wenn euch die Werke von Holger und Tom gefallen, oder ihr selber einen Fotografen braucht, besucht die beiden auf Facebook und/oder hinterlasst ihnen ein Like 😉