Back To The Roots – die EP E.L.E.K.T.R.O von „Reduced Silence“

Wir möchten euch hier das Mühlheimer Duo„Reduced Silence“ vorstellen. Erik (Vocals) und Markus (Keyboard) musizieren gefühlt schon eine Ewigkeit zusammen. Damals waren beide unter dem Namen „SUBCULTURE“, bereits sehr aktiv und konnten einige Auftritte für sich verbuchen. Zwischenzeitlich gingen beide jedoch getrennte Wege. Ende 2013 – Anfang 2014 hat das Duo schließlich wieder zueinander gefunden. Unter dem Namen „Reduced Silence“ gingen sie kurz darauf mit ihrer ersten EP „A NEW WAVE TO GET WISE“ an den Start. Mit diesem Titel begann die Zeitreise von Erik und Markus. Der Song spiegelte nämlich den klassischen „Dark – Wave“ – Sound der 80er wieder. Auch wenn in den darauffolgenden Tracks immer wieder rockige Zücke zum Vorschein kamen, war „A NEW WAVE TO GET WISE“ maßgebend für den weiteren musikalischen Weg des Duos. Hier war und ist der Name eben Programm 😉

Um ein wenig mehr über die beiden und die Entstehung der EP „E.L.E.K.T.R.O“ zu erfahren, habe ich mir kurzerhand Keyboarder Markus gekrallt.

– War es von euch von Anfang an klar, welche musikalische Richtung ihr gehen wollt?

Markus:“In der Entstehungsphase von „Reduced Silence“ waren unsere musikalischen Einflüsse sehr durch den klassischen Synthie Pop der 80er geprägt. Im Laufe der Zeit hat sich meine Vorliebe für die düstere Melancholie mit den rockigen Elementen, die Erik mit ins Spiel brachte, vermischt. Durch den zusätzlichen Bass und die E – Gitarre haben wir unseren Stil verfeinert. Wir sind in dieser Hinsicht über die Jahre sehr experimentierfreudig geworden 😉

– Gibt es speziell dazu Vorbilder, die euch besonders geprägt haben oder es auch noch immer tun?(Warum es halt genau diese Musikrichtung sein sollte)

Picture by „Reduced Silence“

Markus:“Auf alle Fälle! Bei mir stehen u.a. „Depeche Mode“, „Covenant“, „VNV Nation“ oder „Wolfsheim“ sehr hoch im Kurs. Erik ist da mehr ein Vertreter der „Headbanger – Fraktion“. Ganz speziell hat es ihm der britische Metal – Hammer „Iron Maiden“ angetan! Erik ist aber auch Bands wie „Ultravox“ gegenüber nicht abgeneigt. Du kannst dir sicher vorstellen, dass diese Kombination immer genug Zündstoff für neue musikalische Ideen bietet.

– Wie würdet ihr selber eure Musik bezeichnen? Oder wie empfindet ihr eure Musik?

Markus:“ Dark Elektro gepaart mit düsterer Melancholie. Wobei…………. wir lassen uns ungern in irgendwelche Sparten oder Musik typischen Genres stopfen! Wir entwickeln uns immer weiter und kombinieren gerne neue Stilrichtungen und -kombination. Wir möchten unseren Zuhörern einfach ein Optimum an Musikgenuss bieten!

Picture by „Reduced Silence“

Dies spiegelt sich insbesondere in ihrer, am 12.09.2019 veröffentlichten, EP „E.L.E.K.T.R.O.“ mehr als deutlich wieder. 5 Tracks die das Herz eines jeden Musikfans höher schlagen lassen. Wie schon oben erwähnt, lassen sich die Wurzeln des guten alten Dark Wave nicht leugnen. Ein Album, das quasi die Mentalität und das Lebensgefühl einer ganzen Generation wieder spiegelt – mit all ihren Facetten. „Caustic“ ist der Opener dieser EP. Diese Nummer geht einem sofort ins Blut über. Man möchte loslassen, sich frei fühlen, tanzen. Gleichzeitig fühlt man sich zurück versetzt in die 80er, da die elektronischen Elemente hier in ihrer vollen Pracht dominieren. Der darauf folgende gleichnamige Song zur EP „E.L.E.K.T.R.O.“ knüpft nahtlos an seinen Vorgänger an, ohne aber Eintönig zu wirken.

– Gibt es zu der Entstehung dieser EP eine spezielle Geschichte? Ihr habt nämlich früher schon unter einer anderen Flagge zusammen Musik gemacht.

Markus:“Ja. Quasi „Back To The Roots“. Wir wollten unserem Stil ein Stück weit die Mentalität von „A New Dawn“ verpassen. Nicht so sehr die Aggressivität, sondern mehr die Power.

Picture by „Reduced Silence“

Dies verdeutlicht „Rough Heart“. Hier kratzen die Rockigen Elemente leicht an dem Song. Trotz allem wird man hier nicht von zu viel „Bass“ oder gar„Beats“ erschlagen. Eine gut ausbalancierte Nummer die zum Tanzen einlädt. Mit „Stars“ wechselt man quasi schon bei den ersten Klängen das Zeitalter. Hier kann man wirklich sagen „Back To The Roots“. Erik trägt diesen Song mit einer gewissen „Dramatik“ da, die im Zusammenspiel mit den melodischen Klängen des Synthesizer für Gänsehaut sorgen. „Nothing“ ist der letzte Titel der EP. Er geht recht düster und schwermütig ans Werk. Auch hier unterstreicht Erik mit seiner Stimme diese Emotionen. Somit sind alle Titel sehr ausgewogen.

Fazit:

Auch wenn „Reduced Silence“ am Anfang ihrer Entstehungsphase vielleicht ein wenig mit „angezogener Handbremse“ gestartet sind, entwickelten Erik und Markus im Laufe der letzten Jahre ihren eigenen Stil. Sie haben wesentlich mehr Ecken und Kanten in ihre Musik gebracht. Sie klingen von den elektronischen Elementen her düsterer. Die Texte sind aggressiver und insgesamt prescht jede einzelne Nummer mit mehr Druck nach vorn. Das Ganze rundet Erik mit seinem Gesang ab. Trotzdem laden die Titel zum Tanzen ein, und bieten eine schöne Bereicherung für jede Dark – Wave Party. „E.L.E.K.T.R.O.“ ist daher ein Album, auf das man sich sehr gut einlassen kann. Für Freunde der elektronischen Klänge absolut zu empfehlen. Ich bin zwar kein besonderer Freund dieser Stilrichtung, jedoch hat mir diese EP in ihrer Art und Weise sehr gefallen. Man darf auch gespannt sein, was Erik und Markus für die Zukunft auf Lager haben. 😉

Und wenn wir schon einmal dabei sind: Wenn ihr in die EP rein hören wollt, schaut einfach bei Spotify vorbei → https://open.spotify.com/album/1SEWMVPKW8xIyNob5bDTCM?si=sCe78_68SZaGCpn9v3mgMQ&fbclid=IwAR2M9fyUoZMDQfoXzVWGMOeOnr6ex3OAS4O4kHJp2OyQxaod1r1Z5XuiNgE

Sollte euch die Musik von Erik und Markus zusagen, hinterlasst doch der Band auf Facebook ein Like. → https://www.facebook.com/ReducedSilence/

Heldmaschine „Im Fadenkreuz“- anders als erwartet und doch altbewährt

Nachdem die Band „Heldmaschine“ im Vorfeld ihrer aktuellen „Im Fadenkreuz“ – Tour bereits ein rustikales und „Volles Brett“ als Leckerchen für ihre Fans am Start hatte, heißt es nun: „Wir haben fertig“!! What??? So überraschend kam der neue Silberling des Koblenzer Dampfhammers auf den Markt. „Im Fadenkreuz“ heißt das gute Stück, welches die Jungs nun auf ihrer gleichnamigen Tour dem musikbegeisterten Volk präsentieren.

Dabei strotzt dieses Album vor Kreativität und Selbstbewusstsein: die Band hat sich von genretypischen Einflüssen losgesagt und ihre musikalische Bandbreite voll ausgeschöpft. Da haben wir es uns nicht nehmen lassen, kurz rein zu horchen 😉

Mit „Leck mich fett“ und „Luxus“ zeigt die „Heldmaschine“ gleich zu Anfang des Albums, wer hier die Hosen an hat! Provokant, ehrlich, aktuelle Ereignisse an den Pranger gestellt, preschen die 5 Vollblutmusiker nach vorn. Gleichzeitig

„Heldmaschine“ @ „Rock uffm Bersch“. Picture by Stefan Altenfeld

nimmt sich Frontmann René Anlauff die Freiheit, das zu sagen, was er denkt! Dabei ist er nicht zimperlich und direkter denn je! Hier wird der Zuhörer alles andere, aber nicht weichgespült! Untermalt wird das ganze vom typischen Heldmaschine – Stil, der neben satten Gitarren auch reichlich elektronische Elemente beinhaltet. Hinzu kommt das beide Songs richtige Temp – Up Nummern sind, da juckt einem wirklich das Fell.

„Zwei Sekunden“ gehört zu einer der stärksten Nummern auf diesem Album. „Die Erde steht still. 2 Sekunden für ein Leben. Von Schuld, Schuld überrollt. Das hast du nicht gewollt…..“ Der tragische Text ist in einer Ballade verpackt, die ans Herz geht. Das Gitarrensolo zum Ende des Liedes, sorgt dazu für ein „Erpelpellen“ – Feeling vom feinsten. Etwas für echte Musikliebhaber!

„Heldmaschine“ @ „Rock uffm Bersch“. Picture by Stefan Altenfeld

„Die Geister Die Ich Rief“ ist im Gegensatz zu „Springt“ eine wohl eher untypische „Heldmaschine“ – Nummer. Leichte Metal – Einflüsse, gemischt mit Pop und den bekannten Elektronischen Elementen machen „Die Geister Die Ich Rief“ sowie „Springt“ zu zwei tanzbaren Gute – Laune – Krachern. Der Titel „Springt“ hat zudem einen hohen Wiedererkennungswert. Er reflektiert und polarisiert die Band, wie kein anderer. „Wir sind das Original. Ihr seid nur die Kopie“ heißt es dort. Welches unumstritten widerlegt: es gibt eben nur eine „Heldmaschine“! 😉

Wer bis hier hin meint, die „Heldmaschine“ fährt nur mit angezogener Handbremse, sollte sich mal die nächsten Titel „Härter“ und „Ich, Ich, Ich“ zu Gemüte führen. Hier wird musikalisch sowie gesanglich in die Vollen gegangen. Frontmann René Anlauff wurde schon häufig eine stimmliche Überlegenheit gegenüber anderen Musikern (wir wollen hier keine Namen nennen 😉 ), nachgesagt. Diese spielt er vor allem in den Songs „Härter“, „Die Geister Die Ich Rief“, „Leben“ und „Wie Ein Orkan“ aus.

„Heldmaschine“ @ „Rock uffm Bersch“. Picture by Stefan Altenfeld

„Gottverdammter Mensch“ ist nicht auf Anhieb der „Heldmaschine“ zuzuordnen. Eine Ballade die mit Sprechgesang, vom Aufbau und Text her, eine leichte Ähnlichkeiten zu Falcos „Jeanny“ aufweist. Aber………. dies liegt auch immer im Auge des Betrachters. Bei „Gottverdammter Mensch“ zeigt Sänger René Anlauff das ihm nicht nur „Neue Deutsche Härte“ liegt. Echte Könner ihres Handwerks, sind eben in fast jedem Genre zu Hause.

Der nächste Song erklärt sich fast von selbst „Klingt Wie Rammstein“. Muss man da noch viel zu sagen?? Nein und ja – kann man machen! Es ist immer noch eine eigenständige Nummer die zu 100% Heldmaschine widerspiegelt.

„Leben“ ist im Duett mit Hava Kagermann eingesungen worden. Eine starke Ballade in der „Neue Deutsche Härte“ auf Klassik trifft. Dieser Titel ist vom Text her sehr emotional und ist definitiv in die Kategorie „Stärkste Balladen der letzten 3 Jahre“ einzuordnen. Stärke liegt eben nicht immer in den lauten und durchdringenden Momenten. Die Kunst ist es, beide Seiten auszubalancieren.

„Wie Ein Orkan“ und „Maschinenliebe“ schrauben sich sauber durch den Gehörgang. Beide Titel laden zum eleganten Hüftschwung ein. Jedoch könnten die Songs unterschiedlicher nicht sein. „Maschinenliebe“ überrascht mit reichlich Einflüssen aus dem EBM Bereich. Vielleicht ein wenig

„Heldmaschine“ @ „Rock uffm Bersch“. Picture by Stefan Altenfeld

gewöhnungsbedürftig am Anfang. Trotz allem ein starker Kontrast zu „Wie Ein Orkan“, der wie eine getunte Version der „Neuen Deutsche Härte“ daher kommt. Zum Schluss wird eben noch mal richtig Gas gegeben.

Etwas in eigener Sache. Eingetretene Pfade zu verlassen um neue Wege zu gehen, ist eines der wichtigsten Merkmale, die diese Band auszeichnen. Das dieses Album abwechslungsreicher als alle anderen daher kommt, ist nicht von der Hand zu weisen. Genau dieses Experimentieren mit den verschiedenen Stilrichtungen hat sich schon in der Vergangenheit als sehr erfolgreich erwiesen. So verzeichnet die Band eine sich stetig wachsende Fanbase, auch außerhalb Deutschlands. Auftritte auf DEN großen Szene Festivals der Nation sind daher keine Seltenheit und vergrößern noch einmal den Bekanntheitsgrad. Wenn es textlich gesehen auch zu geht, wie ein Fichtenmoped im Wald (was allerdings auch dem aktuellen Dünnschiss in der Welt zuzuschreiben ist), gibt es eine klare Kaufempfehlung für dieses Album! Da die Bühnenshow und die Liveauftritte der Band immer sehr spektakulär sind dürfen sich die Besucher der „ Fadenkreuz – Tour“ auf ein Konzerterlebnis der besonderen Art freuen.

Bedenkt immer: ihr bekommt hier kein aufgewärmtes Büchsenfutter! Euch erwarten 12 neue Songs aus eigener Feder!

„Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.“ (Demokrit, griechischer Naturphilosoph)

 

-> Beitragsbild copyright by think tank ART (http://www.think-tank-art.de/)

-> Bilder Text copyright by Stefan Altenfeld

Copyright by think tank ART/“Heldmaschine“